Armut im Land Bremen

Im Frühjahr 2002 legte die Arbeitnehmerkammer zum ersten Mal einen Bericht „Armut in Bremen“ vor. Drei Gründe wurden damals im Vorwort für diesen Schritt genannt: „Individuelle und gesellschaftliche Armut existiert in Bremen in einem Ausmaß, das uns erschreckt hat und hoffentlich auch viele andere erschreckt. Außerdem ignoriere der Bremer Senat die Aufforderung, selbst einen Armutsbericht zu publizieren. Deshalb müsse mit dieser Veröffentlichung das Thema Armut vom Rand der Gesellschaft ins Zentrum der öffentlichen und politischen Diskussion gerückt werden“. Was ist aus diesen Vorhaben seitdem geworden?

Mittlerweile veröffentlichte der Bremer Senat zwei Armuts- und Reichtumsberichte (2009; 2015), ein dritter Bericht wird aktuell vorbereitet. Im Jahr 2018 wurde außerdem am Institut Arbeit und Wirtschaft (IAW) eine Bilanzierung der Armutspolitik in Bremen durchgeführt. Diese können Sie hier herunterladen.

Auf Initiative des Paritätischen Bremen und der Arbeitnehmerkammer haben sich im Jahr 2012 dreizehn Bremer Organisationen zum Initiativkreis „Bremer Armutskonferenz“ zusammengeschlossen. Seitdem haben sie gemeinsam vier Armutskonferenzen in der Stadt Bremen zu folgenden Schwerpunktthemen durchgeführt: „Chancen für Kinder“ (2013), „Alle Jugendlichen befähigen“ (2015), „Armut macht krank, Krankheit macht arm“ (2018) sowie aktuell in diesem Frühjahr „Blick in die Quartiere – Bestandsaufnahme und Perspektiven“ (2020). Durch diese regelmäßige durchgeführten und gut besuchten Armutskonferenzen werden Debatten um die Entwicklung der Armut - zumindest zeitweise – in Öffentlichkeit und Politik transportiert.

Ein Blick auf die Zahlen und Fakten zur Armut in den Jahren von 2006 bis 2018 zeigen folgende Entwicklungen:

Entwicklung der Mindestsicherungsleistungen

  • Die größte Gruppe sind rund 70.000 Erwachsene im erwerbsfähigen Alter (erwerbsfähige Leistungsberechtigte), die auf Arbeitslosengeld II (Hartz IV) angewiesen sind.
  • Zusätzlich gibt es rund 30.000 Kinder unter 15 Jahren, deren Eltern für den Lebensunterhalt dieser Kinder Sozialgeld beantragen müssen. Die Zahl dieser Kinder ist in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen.
  • Ein deutlich stärkerer Anstieg kennzeichnet die Gruppe der Älteren, die auf Grundsicherung im Alter (SGB XII) angewiesen sind, weil ihre Altersrenten nicht existenzsichernd sind.
  • Deutlich rückläufig ist hingegen die seit 2014 kurzzeitig gestiegene Zahl der Asylbewerber*innen, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beantragt haben.

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