Endlich mit Abschluss

Fachkräfte für Lagerwirtschaft holen Berufsabschluss im laufenden Betrieb nach

Text: Meike Lorenzen und Jessica Heibült | Foto: Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven

Tobias Zschunke hat fünfeinhalb Jahre in seinem Job gearbeitet. Jetzt hat er seine Ausbildung gemacht. So lange war er als ungelernter Kranfahrer bei Stute Logistics an der Weser. Nun hat er gemeinsam mit 14 anderen Kolleginnen und Kollegen aus der Lagerwirtschaft seinen Berufsabschluss nachgeholt und ist jetzt ganz offiziell Fachkraft für Lagerlogistik.

„Es war sehr viel Input“, sagt Zschunke. Immerhin macht man die dreijährige Ausbildung innerhalb von drei Monaten. Und das berufsbegleitend.“ Finanziell hat die Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven das Projekt ermöglicht. Sie hat einen Großteil der Weiterbildungskosten nach dem Qualifizierungschancengesetz übernommen. Ziel des Gesetzes ist die Weiterbildung von Beschäftigten zu stärken, um sie fit für die neuen Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt zu machen. Dafür werden sowohl die Weiterbildung als auch die Lohnkosten während der Weiterbildungsphase durch Zuschüsse der Bundesagentur beziehungsweise des Jobcenter gefördert.

„Ich war begeistert davon, wie motiviert die Teilnehmer die Chance ergriffen haben, die wir ihnen bieten konnten“, sagt Arne Müller, Clusterleiter Stahl und Aluminium bei Stute Logistics. Mit der abgeschlossenen Ausbildung sei die Basis für die interne Weiterentwicklung im Unternehmen gelegt. Damit meint er vor allem die Bindung guter Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen an das Unternehmen sowie die Möglichkeit sich weiterzuentwickeln. Denn gutes Personal wird in Zeiten des Fachkräftemangels rar. Und die Konkurrenz um gute Fachkräfte wird den Arbeitsmarkt nach Corona wieder stark bestimmen. Das weiß auch Arne Müller.

„Wir hoffen, dass weitere Logistikunternehmen die geförderten Qualifizierungschancen annehmen und so für eine breite Weiterentwicklung ihrer Beschäftigten und verbesserte Mitarbeiterbindung sorgen“, sagt Gerrit Küther, Geschäftsführer bei Ma-Co (Maritimes Kompetenzzentrum). Ma-Co ist ein Bildungsträger aus Bremen, der sich auf die deutschen Seehäfen und die (hafennahe) Logistik spezialisiert und die 15 Auszubildenden bis zur Prüfung vor der Handelskammer Bremen inhaltlich unterstützt hat.

Auch Joachim Ossmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven, sagt: „Ich würde es sehr begrüßen, wenn noch mehr Unternehmen die Chancen erkennen, die das Gesetz ihnen bietet.“ Die Agentur für Arbeit unterstütze damit aktiv den Strukturwandel und biete attraktive Förderkonditionen. Interessierte Unternehmen können sich bei der Agentur für Arbeit über die Förderung informieren. 

Auch die Arbeitnehmerkammer Bremen weist darauf hin, dass das Thema Weiterbildung künftig noch eine viel stärkere Rolle spielen muss. „Bremen wird aufgrund seiner Wirtschafts- und Qualifikationsstruktur stärker vom Wandel auf dem Arbeitsmarkt betroffen sein als andere vergleichbare Regionen. Weiterbildung muss deshalb für die Beschäftigten gefördert werden und finanzierbar sein“, forderte Ingo Schierenbeck, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer.

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer brauchen außerdem Unterstützung bei der Suche nach einer geeigneten Weiterbildung und einer finanziellen Förderung. Deshalb hat die Arbeitnehmerkammer die Weiterbildungsberatung in ihr Beratungsangebot aufgenommen. „Eine Weiterbildungsberatung ist dringend nötig, damit die Beschäftigten Transparenz erhalten über alle Angebote und Finanzierungsmöglichkeiten“, betont Schierenbeck.

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