Arbeiten im Homeoffice - in jeder Hinsicht flexibel?!

Karl Brenke, Experte für Arbeit und Beschäftigung beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin, im Interview

Fragen: Barbara Reuhl (Referentin für Arbeitsschutz und Gesundheitspolitik)

Warum wollen Beschäftigte lieber im Homeoffice arbeiten?

Home Office hat zum einen den Vorteil, dass die Beschäftigten über die Lage ihrer Arbeitszeit frei entscheiden können. Statt von 9.00 bis 17.30 Uhr im Büro zu sein, kann man sich morgens früh um 7 Uhr an den Schreibtisch setzen, sich am Nachmittag um Kinder oder Besorgungen kümmern und abends noch einmal etwas arbeiten. Zum andern entfällt das Pendeln zum und vom Arbeitsplatz; man spart sich also die Autofahrt im Stau und die überfüllten Busse und Bahnen während der Rush Hour.

Gibt es auch Schattenseiten?

Ja, gibt es. Es könnte sein, dass man bei Höhergruppierungen umgangen wird, weil man nicht so häufig wie andere Mitarbeiter um die Vorgesetzten herumwieselt. Denn die handeln keineswegs immer rational. Überdies erfordert Homeoffice Selbstdisziplin. Man darf sich nicht ablenken, sonst schafft man das Arbeitspensum nicht. Das würde dann zu Frust führen.

Homeoffice scheint im Trend zu liegen, aber Deutschland hinkt hinterher. Woran liegt das?

Man weiß, dass es so ist, die Forschung weiß aber nichts über die Gründe. Es lässt sich daher nur spekulieren, warum der Präsentismus in Deutschland besonders ausgeprägt ist. An der Wirtschaftsstruktur kann es jedenfalls nicht liegen, denn auch in Ländern mit einer ähnlichen Struktur wird häufiger zuhause gearbeitet als in Deutschland. Es muss wohl an den Einstellungen insbesondere der Vorgesetzten liegen.

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