Galerie der Arbeitswelt

Der Küster

Hüter des Gotteshauses

Andreas Wokurka ist Küster der evangelischen Kirchengemeinde Oberneuland. Er sorgt dafür, dass bei Gottesdiensten und Veranstaltungen alles reibungslos läuft.

Text: Melanie Öhlenbach - Foto: Jonas Ginter

Wenn er die großen Türflügel der Kirche St. Johann öffnet, kann Andreas Wokurka von den Treppenstufen aus bis zum Altar blicken. „Manchmal sieht man sonntagmorgens sogar von der Straße aus die Kerzen brennen“, sagt er. „Das ist einer meiner Lieblingsmomente.“

Seit 1992 ist Andreas Wokurka als Küster bei der Bremischen Evangelischen Kirche angestellt, seit mehr als zwei Jahrzehnten arbeitet er in der Kirchengemeinde Oberneuland. Ursprünglich hatte er Tischler gelernt. Küster wurde er eher durch Zufall, als er mit seiner Familie eine Wohnung in einem Gemeindehaus auf dem Land bezog. „Ich war dafür verantwortlich, dass einmal in der Woche die Kirche aufgeschlossen und im Winter die Heizung angestellt war“, erzählt er.

Heute ist sein Aufgabenspektrum wesentlich umfangreicher. Er ist Gebäudewart, Organisator und Koordinator des Gemeindelebens, aber auch Sicherheits- und Brandschutzbeauftragter. Schlüsselbund und Smartphone sind seine ständigen Begleiter. An manchen Tagen müsse er sich mehrmals umziehen, erzählt er, je nachdem, ob er gerade in der Gemeinde-Kita einen kaputten Wasserhahn repariere, im Büro arbeite oder bei einer Trauerfeier zugegen sei.

Als Küster sorgt Andreas Wokurka letztlich nicht nur für einen reibungslosen Ablauf von Veranstaltungen und Gottesdiensten, für die er passenden Kirchen- und Altarschmuck besorgt, Liedertafel und Abendmahl vorbereitet und die Glocken läutet. Er führt im Vorfeld auch die organisatorischen Gespräche mit Brautleuten und Hinterbliebenen, mit Pastor, Kirchenmusikern und Gemeindemitgliedern. Ohne christlichen Glauben gehe es in diesen Situationen nicht, sagt er. „Man muss innerlich schon dahinterstehen“, sagt Andreas Wokurka.

Wie sehr der Beruf Teil seines Lebens ist, zeigt sich nicht zuletzt an seinem Wohnort: Das Küsterhaus, in dem die Familie lebt, steht auf dem Gelände. Abends dreht Andreas Wokurka oft noch einmal eine Runde um Kirche, Friedhof, Kita und Gemeindehaus – selbst wenn er nicht im Dienst ist. Die nächtliche Stille hilft ihm nicht nur, selbst zur Ruhe zu kommen. „Ich kann auch besser schlafen, wenn ich weiß, dass alles in Ordnung ist.“

Der Küster AKB003_IconInfo

Das Wort Küster leitet sich vom lateinischen Wort custos ab, auf deutsch: Hüter oder Wächter. Eine Ausbildung für diesen Beruf gibt es nicht. Kirchengemeinden setzen in der Regel eine abgeschlossene Lehre in einem handwerklichen Beruf oder entsprechende Erfahrung als Hausmeister oder Haustechniker voraus. Darüber hinaus sollte man Organisationstalent, Einfühlungsvermögen sowie Freude am Umgang mit Menschen mitbringen. Die Zugehörigkeit zu einer christlichen Kirche wird erwartet.

 

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