Alles aufs Spiel gesetzt

Der Game-Designer

Maximilian Kiese ist Game-Designer. Ob fantastisch, realitätsnah oder abstrakt, er muss die digitalen Bausteine so entwickeln, dass die Spielwelt immer spannend bleibt.

Text: Frauke Janßen
Foto: Jonas Ginter

Auf seinem Schreibtisch liegt ein Notizheft neben der Tastatur. Winzig kleine mit Bleistift gezeichnete Baumdiagramme sind darauf zu sehen. Dass ein Spieleentwickler seine Arbeitsschritte von Hand notiert, ist überraschend. Nicht für Maximilian Kiese: „Ich habe das im Studium gelernt, und es hilft mir beim Nachdenken“, sagt der 25-Jährige. Vor drei Jahren hat er seinen Bachelor of Arts in Game-Design an der Hochschule für Wirtschaft und Technik in Berlin abgeschlossen und sich danach bei der Bremer Spiele-Schmiede King Art Games beworben. Seitdem arbeitet Kiese, der in Cottbus aufwuchs, in Bremen.

Im September wurde das Ergebnis seines jüngsten beruflichen Projekts veröffentlicht – das Strategiespiel Iron Harvest. „Die alternative Realität zwischen den beiden Weltkriegen hat Bezüge zur Wirklichkeit. Die Spieler können darin verschiedene Perspektiven einnehmen, wie zum Beispiel die von Anna, einer Freiheitskämpferin, die sich gegen die russische Besatzung wehrt“, erläutert Kiese das Setting des Spiels.

Rund fünf Jahre hat die Entwicklung von Iron Harvest gedauert, etwa 70 Leute haben daran mitgearbeitet. Die Tätigkeit von Maximilian Kiese lässt sich am besten mit dem ‚Door Problem‘, wie es eine Spieleentwicklerin aus Kanada genannt hat, beschreiben: „Wenn es beispielsweise Türen im Spiel gibt, stellen sich mir als Game-Designer tausend Fragen: Wie öffnet man sie? Was passiert, wenn man sie öffnet? Wie verhalten sich die Mitspieler dazu?“ Um die Figuren durch das Spiel zu bewegen, braucht es auch Psychologie, meint Kiese: „Wie reagieren sie etwa auf Feinde? Welche Herausforderungen und welche Belohnungen gibt man ihnen? Wie lässt sich Spannung erzeugen?“

Game-Design bedeutet also die Konzeption dessen, was die Spieler aktiv tun können. Maximilian Kiese arbeitet im Team mit dem Art-Bereich rund um das Erscheinungsbild des Spiels und mit dem Tech-Bereich für die Programmierung. Je kleiner eine Schmiede ist, desto mehr überschneiden sich die Arbeitsfelder. „So wie in allen künstlerischen Berufen geht es bei der Jobsuche weniger um die Formalitäten von Abschlüssen, sondern mehr um die Spiele, die man im Studium oder Beruf schon gemacht hat“, sagt Kiese. Die Projekte der jeweiligen Spiele-Schmieden ziehen wiederum die Game-Designer an. Seit kurzem arbeitet Maximilian Kiese mit seinen Kolleginnen und Kollegen an einem neuen Spiel. Darüber darf er aber noch nichts verraten. Hauptsache es wird niemals langweilig!

Der Game-Designer/Die Game-Designerin AKB003_IconInfo

Verschiedene Hochschulen bieten Master- und BachelorStudiengänge für Game-Design an. Darüber hinaus bilden private Akademien Spieleentwickler mit unterschiedlichen Schwerpunkten aus. Das Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur (BMVI) will in den kommenden Jahren 200 Millionen Euro in die Entwicklung in Deutschland investieren.

Nähere Infos: www.bmvi.de (Suche: Computerspieleförderung des Bundes)

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