Pressemitteilung

04.04.2019

Gut arbeiten, gut wirtschaften, die Stadt entwickeln

Forderungen der Arbeitnehmerkammer an die künftige Landespolitik

Gut arbeiten, gut wirtschaften, die Stadt entwickeln – unter dieser Überschrift hat die Vollversammlung der Arbeitnehmerkammer heute (Donnerstag) ihre Forderungen an die künftige Landespolitik beschlossen. "Wirtschaft und Beschäftigung wachsen – nur leider nicht in gleichem Maße. Damit künftig alle Beschäftigten vom Wirtschaftswachstum angemessen profitieren, bleibt für eine neue Landesregierung viel zu tun", sagte Peter Kruse, Präsident der Arbeitnehmerkammer Bremen, bei der Vorstellung des Forderungspapiers. "Wir freuen uns, wenn unsere Positionen als Leitfaden für die Politik der kommenden Jahre dienen."

Basis der vorliegenden Forderungen sind die Analysen und Erkenntnisse aus dem aktuellen Bericht zur Lage der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Land Bremen, der Ende April veröffentlicht wird. Dabei konzentrieren sich die Forderungen zur Wahl auf die vier Kernthemen Arbeit, Ausbildung, Wirtschaft und Stadtentwicklung.

Gut arbeiten

Bremens Beschäftigung ist auf einen Rekordstand von mehr als 330.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gestiegen. In vielen Berufen gibt es laut Kammer deutlich mehr Jobs – gleichzeitig steigen die Löhne weiter an und liegen erneut über dem bundesdeutschen Durchschnitt. Jedoch: nach wie vor sind viele Bremerinnen und Bremer auf aufstockende Leistungen angewiesen, weil ihr Lohn nicht zum Leben reicht. Ein Grund dafür ist die schwindende Tarifbindung. "Eine neue Landesregierung muss bei der Wirtschaftsförderung auf die Tarifbindung der Betriebe achten. Und sie muss sich öffentlich und nachdrücklich dafür einsetzen, dass Tarifverträge angewendet werden", betonte Peter Kruse. Er begrüßte in diesem Zusammenhang, dass Bremen sich an der Bundesratsinitiative beteilige, damit Tarifverträge künftig leichter für allgemeinverbindlich erklärt werden können. 

Gut ausbilden

Während die Beschäftigtenzahlen zulegen, geht die Zahl der Auszubildenden zurück. "Der Rückgang der Ausbildungsplätze ist paradox – insbesondere vor dem Hintergrund des großen Fachkräftebedarfs. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die anhaltende Ausbildungskrise in eine Fachkräftekrise umschlägt", mahnt Peter Kruse. Auf 100 Beschäftigte kommen derzeit nur noch fünf Auszubildende. Nur noch gut jeder fünfte Betrieb bildet aus. Die Ausbildungsquote in den Großbetrieben im Land Bremen hat einen Tiefpunkt von 3,9 Prozent erreicht. 

Die Arbeitnehmerkammer fordert deshalb die im Rahmen der Bremer Vereinbarung gesteckten Ziele auch umzusetzen – und dabei auch die Einführung einer Ausbildungsumlage zu prüfen. "Dies wäre eine solidarische Lösung für alle Betriebe, die Baubranche geht hier seit Jahren mit gutem Beispiel voran", so Kruse. 

Zudem fordert die Arbeitnehmerkammer ein System von Unterstützungsangeboten für Auszubildende und Betriebe, die auf einem Berufsschulcampus angesiedelt sein könnten. "Die Berufsschulen müssen mit Infrastruktur und Personal besser ausgestattet sein, wenn die duale Ausbildung attraktiv bleiben soll", fordert Kruse. Bremen gebe pro Berufsschüler 1.000 Euro weniger aus als die anderen Stadtstaaten.

Gut wirtschaften

Bremens Wirtschaft hat auch 2018 deutlich zugelegt. Wenn Bremen als Wirtschaftsstandort attraktiv bleiben und weiter wachsen will, muss es bei der Ansiedlungspolitik auch auf die wachsenden Branchen im Dienstleistungssektor setzen. Die Arbeitnehmerkammer begrüßt deshalb, dass es einen Masterplan Dienstleistungen geben soll, "dieser muss allerdings mit klaren Maßnahmen hinterlegt werden, damit er nicht als Papiertiger endet", betont Peter Kruse. Denn noch immer bleibt Bremen gerade bei den wissensintensiven Dienstleistungen hinter anderen Ländern zurück, so arbeiten in Bremen im Verhältnis weniger Beschäftigte in Kanzleien, Agenturen, Laboren oder bei IT-Dienstleistern. 

Die Branchengespräche müssen nach Ansicht der Kammer weitergeführt und dafür genutzt werden, Branchen beschäftigungspolitisch zukunftsfest zu machen. Denn insbesondere Branchen wie der Einzelhandel, das Gastgewerbe oder die Logistik entwickelten sich problematisch – hier nehmen Niedriglöhne, Leiharbeit oder Teilzeitquoten zu. 

Zudem fordert die Arbeitnehmerkammer, dass vor dem Hintergrund der Digitalisierung deutlich mehr für die Weiterbildung und Qualifizierung von Beschäftigten getan wird. Derzeit liegt das Qualifikationsniveau noch unter dem vom vergleichbaren Großstädten. "Bremen muss in abschlussbezogene Weiterbildung und Qualifizierung investieren", forderte Kruse.

Die Stadt entwickeln

Bremen und Bremerhaven wachsen. Sie müssen die Zugewanderten in den Arbeitsmarkt integrieren und für junge Menschen und Familien attraktiver werden. "Künftig wird es für Gewerbestandorte wie für Wohnquartiere stärker darum gehen müssen, eine gute Mischung hinzubekommen von Arbeit, Ausbildung, Wohnen und Freizeit", so Kammer-Präsident Kruse. Gründerzentren und Werkhöfe, Handwerk, Kleingewerbe und (migrantische) Gründungen brauchten dafür Raum: "Bremen sollte die Chancen einer Produktiven Stadt aufgreifen und für sich nutzen." 

Bremen müsse sich zudem bei der Entwicklung von Galopprennbahn, Überseeinsel, dem Vorderen Woltmershausen und anderen Gebieten weiterhin darum bemühen, eine urbane Mischung hinzubekommen. Die gelingt laut Arbeitnehmerkammer besonders dann, wenn Bremen beim Flächenkauf oder bei der Vergabe in Erbpacht bei der Ausschreibung nicht nur dem Höchstgebot den Vortritt lässt, sondern dem politisch gewünschten Nutzungskonzept den Vorrang gibt. Zudem müsse die Arbeitsplatzdichte ein entscheidendes Kriterium sein bei der Vermarktung von Gewerbeflächen.

Für Bremerhaven gilt es, mehr Lebensqualität und attraktive Arbeits- und Wohnplätze zu schaffen. Denn die Seestadt hat Potenzial: Vom Gelände der ehemaligen Schichau­/Seebeck­Werft, wo Wohnen, Arbeiten und Freizeit auf neue Art verbunden werden sollen über die Weiterentwicklung der Hochschule bis zur Luneplate als künftigem Gewerbegebiet der Green Economy. "Diese Chancen müssen konsequent genutzt werden", forderte Peter Kruse.

Die Forderungen zur Wahl finden auch unter: AKB003_IconInfo

www.arbeitnehmerkammer.de/wahl2019

DownloadsAKB003_Icon-Download

  • Gut arbeiten, gut wirtschaften, die Stadt entwickeln

    Positionen der Arbeitnehmerkammer zur Bürgerschaftswahl 2019

    Download PDF

Presse- und ÖffentlichkeitsarbeitAKB003_Icon-Kontakt

Nathalie Sander
Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Bürgerstr. 1
28195 Bremen

Tel.: 0421/36301-71
Fax: 0421/36301-930

E-Mail schreiben

Presse- und ÖffentlichkeitsarbeitAKB003_Icon-Kontakt

Hanna Mollenhauer
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit / stv. Leitung

(Redaktion BAM)
Bürgerstr. 1
28195 Bremen

Tel.: 0421/36301-74
Fax: 0421/36301-930

E-Mail schreiben

Presse- und ÖffentlichkeitsarbeitAKB003_Icon-Kontakt

Jörg Hendrik Hein
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

(Redaktion Online)
Bürgerstr. 1
28195 Bremen

Tel.: 0421/36301-48
Fax: 0421/36301-930

E-Mail schreiben

Presse- und ÖffentlichkeitsarbeitAKB003_Icon-Kontakt

Meike Lorenzen
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

(Redaktion Online/Social Media)
Bürgerstr. 1
28195 Bremen

Tel.: 0421/36301-933
Fax: 0421/36301-930

E-Mail schreiben

Unsere Geschäftsstellen

Bremen-Stadt

Bürgerstraße 1
28195 Bremen

Tel. +49.421.36301-0

Beratungszeiten
Bremen-Nord

Lindenstraße 8
28755 Bremen

Tel. +49.421.669500

Beratungszeiten
Bremerhaven

Barkhausenstraße 16
27568 Bremerhaven

Tel. +49.471.922350

Beratungszeiten

Arbeitnehmerkammer Bremen

© 2020 Arbeitnehmerkammer Bremen

© 2019 Arbeitnehmerkammer Bremen