Pressemitteilung

14.08.2019

Den Stahlstandort Bremen langfristig sichern

Forschungsstrukturen erweitern, Kostennachteilen entgegenwirken

Gestrigen Meldungen zufolge prüft die EU, ob China und andere asiatische Staaten Stahl zu unzulässigen  Dumping-Preisen exportieren. Billige Importe sind nicht das einzige Problem, mit dem sich auch die Bremer Stahlwerke konfrontiert sehen.

Die Stahlindustrie zählt zu den wichtigsten Arbeitgebern in Bremen. Neben den 3.200 Menschen, die das Stahlwerk in Bremen aktuell direkt beschäftigt, kommen noch einmal 4.700 Arbeitnehmer in Bremen hinzu, deren Arbeitsplatz indirekt vom Bremer Werk abhängt.

Bezogen auf den gesamtdeutschen Arbeitsmarkt sorgt die Bremer Stahlindustrie sogar für gut 19.000 Vollzeitstellen. Diese Ergebnisse einer Stahl-Studie der Arbeitnehmerkammer aus dem Jahr 2017 sind weiterhin gültig.

„Die Stahl-Branche und damit auch der für den regionalen Arbeitsmarkt bedeutende Standort Bremen werden aktuell mit diversen Herausforderungen konfrontiert“, betont Ingo Schierenbeck, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer Bremen. Dazu gehört auch die deutliche Verteuerung der von Industrieunternehmen benötigten CO2-Zertifikate, deren Preise sich in den vergangenen eineinhalb Jahren beinahe vervierfacht haben (von 7 Euro Anfang des Jahres 2018 auf aktuell 26 Euro).

Im laufenden Geschäftsjahr wenden die Stahlwerke Bremen insgesamt 50 Millionen Euro für den Erwerb von CO2-Zertifikaten auf, haben technisch aber (noch) keine Möglichkeiten, den CO2-Ausstoß zu minimieren.

Konkurrenz aus anderen Ländern

Darüber hinaus verfügen Konkurrenten aus anderen Ländern – wie China, Russland oder die Türkei – aufgrund staatlicher Subventionen, günstiger Zugänge zu Rohstoffen oder nicht zuletzt fehlender CO2-Auflagen vor Ort über Kosten- und damit über Wettbewerbsvorteile.

Sie führen ihren Stahl vermehrt nach Europa ein – auch aufgrund der Strafzölle auf Stahlprodukte, die die USA seit Mitte des Jahres 2018 erheben. Diese Umleitungseffekte
kommen vermehrt zum Tragen, seitdem die Europäische Union die Importquote für Stahlkontingente erhöht hat.

Erschwerend für den Bremer Standort ist, dass dieser innerhalb des Konzerns ‚ArcelorMittal‘ die Rolle eines Zweigbetriebs mit klarem Fokus auf der Produktion einnimmt. Die Verbindungen zu Hochschul- und Forschungseinrichtungen sind entsprechend wenig ausgeprägt.

Zentrale Rolle für andere Industrien

„Als Grundstoffindustrie spielt die Stahlbranche eine zentrale Rolle für andere Bereiche, wie die Windenergie oder die Automobilindustrie. Gerät die Stahlindustrie in Schieflage, bekommen auch sie Probleme und es kommt zu hohen volkswirtschaftlichen Verlusten“, gibt Schierenbeck zu bedenken. „Für die Zukunft des Standorts ist es daher bedeutend, dass die Forschungsintensität zunimmt. Innovationen müssen intensiver politisch unterstützt werden, etwa durch Forschungsinfrastrukturen nach Vorbild des ‚EcoMaT‘, und indem Bremen sich im Bund dafür einsetzt, dass zumindest ein Teil der CO2-Abgaben als Forschungsmittel an die Standorte in Deutschland zurückfließt.“

Um Arbeitsplätze zu sichern, sollte die Bremer Politik außerdem auf bundespolitischer Ebene deutlich machen, dass die Stahlwerke durch die Einführung der Besteuerung von CO2 nicht zusätzlich finanziell belastet werden. Darüber hinaus ist ein kurzfristiger Ausgleich von Wettbewerbsnachteilen anzustreben – etwa durch die Erhöhung der Preise für Importe in dem Maße, in dem die in der Bundesrepublik produzierten Produkte durch CO2-Bepreisung verteuert werden.


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