Pressemitteilung

14.06.2017

Bremer Stahlindustrie sichert 19.000 Vollzeitjobs in Deutschland

Arbeitnehmerkammer veröffentlicht neue Branchenstudie 

Die Stahlindustrie zählt zu den wichtigsten Arbeitgebern in Bremen. Neben den 3.200 Menschen, die das Stahlwerk in Bremen direkt beschäftigt, kommen noch einmal 4.700 Arbeitnehmer in Bremen hinzu, deren Arbeitsplätze indirekt vom Bremer Werk abhängen. Bezogen auf den gesamtdeutschen Arbeitsmarkt sorgt die Bremer Stahlindustrie sogar für gut 19.000 Vollzeitstellen, wie eine aktuelle Studie der Arbeitnehmerkammer Bremen zeigt. "Die Stahlwerke sind fest in der Region verankert, ihre Bedeutung für Bremen und Deutschland wird völlig unterschätzt, blickt man nur auf die amtliche Statistik", betont Elke Heyduck, Geschäftsführerin der Arbeitnehmerkammer Bremen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Verhandlungen über den europäischen Emissionshandel werde deutlich, dass Bremen alles dafür tun muss, die hiesige Stahlindustrie und damit den Erhalt der Arbeitsplätze zu unterstützen. 

Die Stahlindustrie ist geprägt ist von Überkapazitäten, schwacher Nachfrage und Dumping-Angeboten vor allem aus China. Angesichts ihrer schwierigen internationalen Lage hat die Arbeitnehmerkammer das Center für wirtschaftspolitische Studien (CWS) der Leibniz Universität Hannover mit einer Studie zur regionalökonomischen Bedeutung der Stahlbranche in Bremen beauftragt. Sie wurde mittels eines gängigen, sogenannten erweiterten Input-Output-Modells erstellt. Das Stahlwerk Bremen hat hierfür umfängliche Daten zur Verfügung gestellt. Die Studie macht deutlich, welche Bedeutung die Branche für Bremen hat. So beschäftigt das Bremer Stahlwerk direkt mehr als 3.200 Menschen, darunter 220 Auszubildende. "Damit zählt die Hütte zu den größten Ausbildungsbetrieben in Bremen", so Heyduck, "angesichts der Ausbildungsengpässe im Land Bremen eine außerordentlich wichtige Rolle". 

Mit einer jährlichen Lohnsumme von rund 200 Millionen Euro schaffen die Stahlwerke Kaufkraft und damit zusätzlich Beschäftigung in der Region und sorgen für ein entsprechendes Steueraufkommen. 

Ein Großteil der ökonomischen Bedeutung des Stahlwerks entsteht durch die Vorleistungen, die das Bremer Stahlwerk einkauft: Allein 2015 fragte die Hütte Vorleistungsgüter und -dienstleistungen in einem Umfang von 2,4 Milliarden Euro nach. Mehr als 60 Prozent der Nachfrage entfiel auf Deutschland und richtete sich zu einem großen Teil an Lieferanten aus Bremen (22 Prozent), weniger aus Niedersachsen (3 Prozent) und größtenteils aus dem übrigen Deutschland (36 Prozent). Mit dieser Nachfrage sind Wertschöpfungseffekte im Umfang von etwa 880 Millionen Euro und Beschäftigungseffekte von mehr als 11.000 Vollzeitstellen verbunden. Hiervon entfallen rund 4.700 auf das Land Bremen, 800 auf Niedersachsen und etwa 6.200 auf das übrige Deutschland. 

Direkt, indirekt und durch das Einkommen erfordert die Produktion der Stahlwerke Bremen in Deutschland ein Beschäftigungsvolumen im Umfang von über 19.000 Vollzeitstellen, wovon etwa die Hälfte auf das Land Bremen entfällt. Es handelt sich in der Regel um qualifizierte Arbeitsplätze mit guten Arbeitsbedingungen und im Vergleich zu vielen anderen Branchen guten Verdiensten – auch dank des hohen gewerkschaftlichen Organisationsgrades und der vorbildlichen Sozialpartnerschaft. "Die Industrie – und mit ihr die Stahlindustrie – bieten allein 17 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten einen Arbeitsplatz", betont Elke Heyduck. "Die industrielle Produktion macht einen wichtigen Teil unserer Wirtschaftsstruktur im Land aus. Die Ergebnisse der Studie wollen dazu beitragen, die Industriepolitik nachhaltig zu gestalten und dafür entsprechende Strategien zu entwickeln." 

Volkswirtschaftlich zeigt sich, dass durch die räumliche Nähe der Stahlindustrie zur Automobilindustrie oder zum Maschinenbau Innovationen gefördert werden. Mit dem Stahlproduzenten vor der Tür genießen Hersteller hierzulande Qualitäts- und Wettbewerbsvorteile. Die Bremer Stahlwerke erzielen knapp 35 Prozent ihres Umsatzes in der Automobilindustrie. "Die Stahlproduktion als eine Grundstoffindustrie steht am Anfang der Wertschöpfungskette vieler anderer Produkte. Sie ist damit ein Fundament der Gesamtwirtschaft und in Deutschland und Bremen unverzichtbar", so Heyduck.

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  • Die regionalökonomische Bedeutung der Stahlindustrie in Bremen

    Studie, Februar 2017

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