Anschlussfinanzierung – worauf Sie achten müssen

Tipp der Verbraucherzentrale Bremen

Für die Anschlussfinanzierung eines Immobilienkredits gibt es meist zwei Gründe. Entweder läuft die Zinsbindung des bestehenden Hypothekendarlehens demnächst aus oder das laufende Darlehen mit langer Zinsbindung kann bereits nach zehn Jahren einseitig durch die Darlehensnehmer gekündigt werden.

28. Dezember 2021
Text: Annabel Oelmann (Vorständin der Verbraucherzentrale Bremen)
Illustration: Anika Falke


Anschlusskredite sind zurzeit besonders günstig. Darlehensnehmer müssen aber selbst aktiv werden, denn mit dem Auslaufen der Zinsbindungsfrist endet der Kreditvertrag nicht automatisch. Unternimmt man nichts, läuft das Darlehen mit einer variablen Verzinsung weiter. Die Zinsen richten sich dann nach den aktuellen Marktzinsen. Wer im jetzigen Zinsumfeld seine Anschlussfinanzierung regelt, kann bares Geld sparen.

Zinsersparnis kann sich beim frühen Wechseln lohnen

Wer sein altes Darlehen mit mehr als zehn Jahren Zinsbindung abgeschlossen hat, kann es jederzeit kündigen, sobald zehn Jahre seit der Auszahlung vergangen sind. Hier ist dann nur eine Kündigungsfrist von sechs Monaten zu beachten. Viele Haus- und Wohnungsbesitzer können von den günstigen Konditionen profitieren und sich auch für längere Zinsbindungen bis hin zu 20 Jahren entscheiden. In der Regel sind heutige Anschlusskredite fast immer deutlich günstiger als die Konditionen von Altverträgen.

Ist der Wechsel der Bank mit Kosten verbunden?

Kosten für den Ausstieg aus dem Darlehensvertrag zum Ende der Zinsbindungsfrist entstehen nicht, die Bank darf hierfür nichts in Rechnung stellen. Beim Wechsel der Bank fallen aber Kosten für die notarielle Übertragung der Kreditsicherheiten an. Die bestehenden Grundschulden sollten in Form einer Abtretung notariell beurkundet werden. Dies ist weitaus günstiger als eine Löschung und Neueintragung im Grundbuch.

Vergleichen lohnt sich

Spätestens drei Monate vor Ablauf der Zinsbindung sollten Darlehensnehmer aktiv werden und sich um Angebote und Vergleiche anderer Banken kümmern. Dann ist noch ausreichend Zeit, den Wechsel des Kreditinstitutes vorzunehmen. Ein Vergleich der Konditionen lohnt sich fast immer: Mehrere Angebote einholen und für sich das individuell beste Angebot abzuschließen, spart bares Geld.

Eine Alternative kann auch das frühzeitige Sichern von günstigen Konditionen durch ein sogenanntes Forward-Darlehen sein. Heute sichert man sich die Hypothekenzinsen für die Zukunft. Kostenlos ist dieses Angebot nicht. Die Bank nimmt für dieses Angebot Zinsaufschläge auf den Sollzins. Frühestens fünf Jahre vor dem Auslaufen des aktiven Darlehens kann ein Forward-Darlehen abgeschlossen werden. Ein Forward-Zinsaufschlag ist abhängig von der Marktlage und der Vorlaufzeit. Für jeden Monat, der bis zur Auszahlung des Forward-Darlehens vergeht, berechnen Banken einen Aufschlag von 0,01 bis 0,05 Prozent. Je früher und länger eine Vorlaufzeit für ein Forward-Darlehen vereinbart wird, desto höher der Zinsaufschlag. Im heutigen sehr günstigen Zinsumfeld kann ein Forward-Darlehen eine attraktive Möglichkeit sein, sich günstige Zinskonditionen für die Zukunft zu sichern.

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