Alleinerziehend sein

Die wichtigsten Infos zu Finanzen, Arbeit und Steuern

12.03.2020

In Bremen leben viele Alleinerziehende. Oft gehen sie arbeiten, doch bei vielen reicht das Einkommen nicht zum Leben. Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es?

Text: Aberra Chatto
Foto: Jonas Ginter

Bin ich nach der Geburt des Kindes finanziell abgesichert?

Neben dem Elterngeld, dass berufstätige Alleinerziehende bis zum 14. Lebensmonat des Kindes erhalten können, gibt es Kindergeld in Höhe von 204 Euro pro Monat pro Kind. Und wenn Sie keine Arbeit aufnehmen können, können sie Arbeitslosengeld II, Sozialgeld oder Sozialhilfe beantragen, unter Umständen auch Wohngeld und eine Haushaltshilfe.

Wenn Berufstätige nicht über genug Einkommen verfügen, um den Lebensunterhalt von unverheirateten Kindern unter 25 Jahren zu finanzieren, besteht zusätzlich zum Kindergeld Anspruch auf Kinderzuschlag, vorausgesetzt, die oder der Alleinerziehende verdient mindestens 600 Euro brutto.

Welche Ansprüche habe ich gegenüber der Kindesmutter oder dem Kindesvater?

Sollte kein oder nicht regelmäßig ausreichender Mindestunterhalt für das Kind gezahlt werden, können Sie diesen bei der Unterhaltsvorschussstelle Bremen beantragen. Anspruch haben Kinder bis zu zwölf Jahren. Hierbei spielt es keine Rolle, wie viel der alleinerziehende Elternteil verdient.

Kinder ab zwölf bis 18 Jahren können auch Unterhaltsvorschuss bekommen, vorausgesetzt, entweder sie selbst beziehen keine Leistungen nach dem SGB II oder der alleinerziehende Elternteil verdient im SGB-II-Bezug mindestens 600 Euro brutto.

Welche Möglichkeiten entlasten mich steuerlich?

Für das erste Kind erhalten Sie einen Entlastungsbetrag in Höhe von 1.908 Euro pro Jahr. Für jedes weitere Kind erhöht sich der Betrag um jeweils 240 Euro. Dazu muss das Kind, für das Kindergeld beansprucht wird, bei dem oder der Alleinerziehenden leben und gemeldet sein und es darf keine Haushaltsgemeinschaft mit einer anderen erwachsenen Person bestehen.

Der Entlastungsbetrag kann entweder durch Antrag beim Finanzamt in die Lohnsteuerklasse II oder mit der Steuerklärung beantragt werden. Außerdem können zwei Drittel der Kinderbetreuungskosten steuerlich ab - gesetzt werden.

Was ist, wenn mein Kind krank ist und ich nicht arbeiten gehen kann?

Grundsätzlich besteht Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Nach der Rechtsprechung müsste der Arbeitgeber das Gehalt für bis zu fünf Arbeitstage* fortzahlen, wenn Sie nach ärztlichem Attest für die Betreuung, Beaufsichtigung oder Pflege des erkrankten Kindes von der Arbeit fernbleiben müssen**.

Oft verhindert aber eine Bestimmung im Arbeitsvertrag oder auch eine Vorschrift im einschlägigen Tarifvertrag diese bezahlte Freistellung ganz oder teilweise. Dann kann Kinderkrankengeld unter Freistellung von der Arbeit bis zu 20 Arbeitstagen für jedes Kind in jedem Kalenderjahr bei der Krankenkasse beantragt werden (bei Erkrankung mehrerer Kinder für nicht mehr als 50 Arbeitstage).

Sowohl der alleinerziehende Elternteil als auch das Kind müssen gesetzlich krankenversichert sein, das kranke Kind muss im Haushalt leben und eine andere im Haushalt lebende Person kann das Kind nicht betreuen beziehungsweise pflegen und das kranke Kind darf das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Bei behinderten Kindern entfällt die Altersgrenze.

* § 616 BGB
** BAG-Urteil vom 19.4.1978 – 5 AZR 834/76

Veranstaltungen AKB003_IconInfo

"Mutterschutz, Elternzeit und Elterngeld - Informationen für werdende Eltern"

 

Bremerhaven: Dienstag, 17. November 2020, 17 Uhr

Bremen-Nord: Dienstag, 24. März 2020, 18 Uhr
Bremen-Nord: Dienstag, 29. September 2020, 18 Uhr

 

Väterzeit - Infos für werdende Väter

Bremen: Dienstag, 9. Juni 2020, 18 Uhr

 

Zurück in den Beruf - Der Spagat zwischen Kind und Beruf

Bremerhaven: Dienstag, 15. September 2020, 17 Uhr

 

Kinder und Steuern

Bremen: Dienstag, 6. Oktober 2020, 18 Uhr

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Das familiennetz bremen ist eine kostenlose Servicestelle, die Fragen rund um das Thema Familie beantwortet. Auf der Webseite gibt es einen Überblick über wohnortnahe Angebote von über 800 Einrichtungen in Bremen sowie vielfältige Informationen für Familien und Fachkräfte. Hier geht es zur Webseite. 

Projekt Paula+ AKB003_IconInfo

Die Arbeitnehmerkammer unterstützt das Projekt Paula+, das einen umfangreichen Informationsaustausch zwischen alleinerziehenden Müttern in Bremen fördern möchte. Paula+ bietet soziale Beratung, Begegnungsmöglichkeiten, Ausbildung und Jobvermittlung an. Im Mehrgenerationenhaus Matthias-Claudius in der Neustadt finden regelmäßig Mütter-Treffen statt.

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