Stand der Digitalisierung in Bremer Betrieben und Dienststellen

Befragung

Das Thema Digitalisierung ist aus der öffentlichen, politischen sowie innerbetrieblichen Diskussion nicht mehr wegzudenken. Neue Technologien, wie Mobile Devices, RFID-Chips und künstliche Intelligenz, gehören schon heute in Teilen zum Berufsalltag von Beschäftigten. Betriebliche Interessenvertretungen stehen damit vor einer neuen Herausforderung: Ob die neuen Technologien ein Risiko oder eine Chance für die Beschäftigten darstellen, hängt maßgeblich davon ab, wieweit ihr Einsatz im Rahmen der Mitbestimmung mitgestaltet werden kann.

Um einen Überblick zu erhalten, wo Bremer Betriebe und Dienststellen in punkto Digitalisierung stehen, hat die Arbeitnehmerkammer 2019 bereits zum zweiten Mal Interessenvertretungen im Land Bremen befragt. Welche digitalen Techniken werden in Bremer Betrieben und Dienststellen bereits eingesetzt? In welchem Maß findet darüber eine Veränderung der Arbeit statt, welche Auswirkungen ergeben sich auf die Interessen von Beschäftigten und wie sind die jeweiligen Interessenvertretungen über die Mitbestimmung in den Gestaltungsprozess der Digitalisierung eingebunden?

Über das Jahr 2020 hinweg werden wir kompakt einzelne Ergebnisse der Befragung an dieser Stelle vorstellen.

Digitale Vernetzung

Die Vernetzung von Beschäftigten und Arbeits- bzw. Produktionsmitteln unter- und miteinander gilt als das zentrale technische Moment bei der Digitalisierung. Sie soll überhaupt erst ermöglichen, was als eigentlicher "revolutionärer" Fortschritt gilt: eine virtuelle Abbildung aller Arbeits- und Produktionsschritte, für alle beteiligten Instanzen hinweg in Echtzeit von jedem Ort abruf- und flexibel veränderbar. Dieser Anspruch gilt nicht nur – wenn auch häufig als prominentes Beispiel genannt – für die Industrie und Logistikbranche. Er wird ebenso in Dienstleistungsunternehmen, Behörden und sozialen Einrichtungen verfolgt. Für die konkrete technische Umsetzung brauchen die Beschäftigten natürlich entsprechende Endgeräte, durch die sie in diese "cyber physical systems" eingeklinkt werden können. Dafür sind nach wie vor über alle Branchen hinweg Smartphones und Tablets die mit Abstand wichtigsten Technologien. Umgekehrt stagnieren die Werte von Datenbrillen und Smartwatches, die gerne in Werbebroschüren als typische Technologien der Digitalisierung dargestellt werden, seit 2016 auf einem verschwindend geringen Prozentsatz.

Mit dieser zunehmenden Vernetzung und den damit verbundenen "digitalen Arbeitsschritten" gibt es auch die begründete Sorge, dass die Beschäftigten nur noch Anhängsel eines Arbeits- und Produktionsprozesses werden, in dem Algorithmen und Maschinen die Vorgaben machen. Hier zeichnet sich in den Bremer Betrieben und Dienststellen eine positive Entwicklung ab: 2016 gab noch jeder zweite Befragte an, dass die Beschäftigten Vorgaben von Arbeitsschritten durch digitale Technologien erhalten, 2019 ist es nur noch jeder dritte. Das lässt die vorsichtige Interpretation zu, dass mit der Digitalisierung der Grad der Selbstbestimmung bei der Arbeit zumindest für einen Teil der Beschäftigten eher zu- als abnimmt.

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Moritz Hanke
Berater Mitbestimmung und Technologieberatung

(Digitalisierung der Arbeit)
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